Verschlungene Wege am Wollmerather Kopp auf dem Maare und Thermen Pfad, © Eifel Tourismus GmbH, D. Ketz
  • Strecke: 35,2 km
  • Dauer: 08:30 h
  • Schwierigkeit: mittel

Maare und Thermen Pfad

Ulmen

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Wandern auf den Spuren verschlungener Wege und wilder Gesellen

Finstere Gesellen, gewiefte Müller und kampflustige Ritter trieben einst ihr Unwesen in der Eifel zwischen Ulmen und Bad Bertrich im Tal des urig-wild mäandernden Üssbachs. Jeder von ihnen hatte etwas auf dem Kerbholz, jeder! Und Du? Sei ehrlich!
Begib Dich auf den Weg zu Dir selbst und hab auf dieser Wanderung Teil an den Geschichten der vermeintlichen Eifeler Schurken, die an schicksalshaften Schauplätzen ihr Unwesen trieben. 

Der Üssbach und seine Begleiter
Herrlich, wie er sich dahin schlängelt, der Üssbach. Held der vor Kraft strotzenden Vulkanlandschaft der Eifel zwischen Ulmen und Bad Bertrich. Tief und unübersehbar eingegraben in ein dichtes, grünes Auental bahnt er sich seinen Weg von den Höhen der Eifel mit ihren Maaren und Vulkanen bis ins Tal der Mosel. Beinahe zu friedlich, fast schon verschmäht, als hätte er etwas zu verbergen, zugleich aber viel zu erzählen. Und so ist es auch! 
Den verschlungenen Pfaden entlang seines urig-wilden Bachlaufs sind bereits viele gefolgt. Ehrenwerte Kreuzritter gleichermaßen wie weniger vertrauensselige Halunken. In den umgebenden Wäldern mit ihren knorrigen Baumpersönlichkeiten sorgten gar ganze Räuberbanden für Angst und Schrecken. 

Eine Flusslandschaft wie ein Lebensweg
Wer wohl mehr auf seinem Kerbholz hatte? Müller oder Bauer? Kreuz- oder Raubritter? Gerichtsherr oder Untertan? Frei von Schuld jedenfalls war sicherlich keiner der Begleiter des Üssbachs! Die ganze Wahrheit jedoch bleibt wohl auf ewig sein Geheimnis. Hier und da treten Schicksale all jener aber auch heute noch vereinzelt und beinahe greifbar zu Tage, etwa an den Ulmener Burgen oder den Überresten der Demerather Mühle. Mancherorts kannst Du sie geradezu erspüren, etwa am Wollmerather Kopp, an dem alljährlich das Hochgericht zusammentrat. Und zuweilen erzählen Dir tief ins Holz eines Baumes geschnitzte Initialen gar von Erinnerungen an einfach schöne Stunden. 
Verhält es sich nicht ebenso mit unserem Leben? Geht es nicht zuweilen ebenso verschlungene Wege wie der Üssbach? Tragen wir nicht über die Jahre ebenso viele Kerben davon? Von guten wie von schlechten Erinnerungen begleitet? 

Das Leben annehmen
Tritt einmal heraus aus dem tiefen Tal, verlass die Niederungen des Baches und steige hinauf auf eine der umliegenden Höhen, etwa die Achterhöhe bei Lutzerath. Dort erschließt sich Dir in der Weitsicht die ganze Schönheit, ja der ganz eigene Charme dieses von einer Vielzahl an Einschnitten, Spalten, Rillen und Fugen gezeichneten Landschaftspanoramas. Und: Im Leben verhält es sich ebenso. Erst das Zusammenspiel jeder einzelnen Begebenheit, ja alle einzelnen Linien, die sich in Deinen Weg eingegraben haben, verleihen Deinem Leben sein ureigenes, unverwechselbares und charaktervolles Profil! Am Ende erkennst Du: Das Leben ist gut, so wie es ist!


Was es mit dem Kerbholz auf sich hat
Ein altes Sprichwort besagt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! 
Wie konnte der Bauer am Üssbach sichergehen, genau die Menge an Mehl, die er dem zuweilen findigen Müllern in Form von Getreide angeliefert hatte, auch von ihm zurück zu bekommen? 
Hier kommt das Kerbholz ins Spiel – ein über Jahrtausende hinweg existierende System primitiver Buchführung. Jeder angelieferte Scheffel Getreide brachte dem Bauern eine Kerbe, die beispielsweise in ihrer Form für eine bestimmte Menge stand, auf einer Holzleiste ein. Danach wurde das Holz der Länge nach gespalten. Eine Hälfte erhielt der Bauer, die andere der Müller. Zu einem bestimmten Tag kam der Bauer sein Mehl abholen. Müller und Bauer legten dann ihre Hälften zum Vergleich an. Passten die Kerben der Hölzer zusammen, wurde die Kerbe entfernt oder das Holz vernichtet. Die Schuld war beglichen. Passten die Kerben nicht, hatte einer der beiden geschummelt. 

 

Aufgrund der Länge von ca. 35 Kilometer eignet sich der Wanderweg gut als 2-Tages-Wandertour. Wir empfehlen folgende Etappenaufteilung:

  • 1. Etappe: Ulmen (Postplatz) - Lutzerath | Länge: 18,2 km | Gehzeit: 6 Std.
  • 2. Etappe: Lutzerath- Bad Bertrich | Länge: 17,0 km | Gehzeit: 5,5 Std. 

Die Kombination mit dem Hochkelberg Panorama-Pfad ermöglicht eine 4-Tages-Wanderung.

Reiseberichte:
Die Wanderreporterin unterwegs auf dem Muße-Pfad Maare und Thermen Pfad
Ulmen - Lutzerath im GesundLand Vulkaneifel Blog

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Markierung der Tour:

  • Wegmarkierung Wanderweg Maare und Thermen Pfad
gpx: vulkaneifel-pfad-maare-thermen-pfad-2-tages-tour

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Highlights auf der Strecke

Burgruine Ulmen

Burgruine mit Blick auf Ulmen, © GesundLand Vulkaneifel/D. Ketz

Die Unterburg ist gänzlich verschwunden. Zu erkennen sind noch Ansätze des Berings, der mit der Unterburg und der Stadtmauer Ulmens verbunden war, eine zwei Stockwerke aufragende Außenwand des Palas, sowie eine Zisterne und ein paar Grundmauern weiterer Gebäude. Der alte Teil der Burg in Ulmen wurde ca. 1.074 n. Chr. erbaut und ruht sehr wahrscheinlich auf Resten einer römischen Siedlung. Im Mittelalter wurde die Burg in Ulmen weiter ausgebaut und in die Oberburg, deren Mauerreste noch vorhanden sind und die Niederburg, die sich bis ans Maarufer erstreckte, unterteilt. Zwei Rittergeschlechte bewohnten die Burg, von der man ausgeht, dass sie bis 1673 aufgrund ihrer Größe nie angegriffen oder zerstört wurde. Erst die Truppen des Sonnenkönigs schafften dies. Sie wurde wieder aufgebaut, um 1689 erneut im Erbfolgekrieg zu fallen. Doch auch dieses Mal wurde die Ulmener Burg neu errichtet, nur die Stadtmauer wurde aufgegeben. Der Einfall der Soldaten Napoleons ließ auch Ulmen französisch werden und später preußisch. Die leerstehende Burg, deren letzter Nachkomme 1801 verstarb, ging bei einer Versteigerung an einen Cochemer Kaufmann, der sie als Steinbruch vermarktete. Als im 19. Jahrhundert ein verheerendes Feuer Ulmen niederbrannte bauten die Ulmener ihre Häuser mit Steinen der Burg wieder auf. Deshalb kann man noch heute an manchem Stall ein Wappen sehen. Erst Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurde Die Ulmener Burg unter Denkmalschutz gestellt und kam in den Besitz der Ortsgemeinde Ulmen. Die Burg ist jederzeit frei zugänglich.

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Aussichtspunkt Achterhöhe

Achterhöhe, © Eifelsüchtig/Ursula Peters

Einen fantastischen Ausblick können Wanderer seit 2012 von der Achterhöhe bei Lutzerath genießen. Von der Aussichtsplattform am Siebenbachblick, einer Brückenkonstruktion, die Schwindelfreiheit erfordert, sieht man den Üssbach genau sieben Mal durch die Bäume blitzen. Müde Waden können dabei auf einem Waldsofa entspannt werden.

Die Aussichtsplattform ist in den Erlebnisweg Achterhöhe eingebunden und daher nur zu Fuß erreichbar. Der Wanderweg bietet spektakuläre Aussichten und Kostbarkeiten der Natur. Acht Erlebnispunkte verbinden auf gut fünf Kilometern Seltenes mit Typischem, auf grandiose Weitblicke folgen geschützte Tier- und Pflanzenarten. Mit etwas Glück zeigen sich hier Rotmilan, Dachs, Rote Waldameisen oder gar Baumfalken in ihrer natürlichen Umgebung. Der Rundwanderweg bietet acht Erlebnispunkte.

Die erste Station ist die Kapelle ,,Hammes Heiligenhäuschen“. Dieses Heiligenhäuschen wurde von der Familie Hammes vor etwa 200 Jahren aus Glaubensgründen und als Dank für die Hilfe bei Krankheiten errichtet. An den Dachsbauten, die den zweiten Erlebnispunkt darstellen, lässt sich nachts mit etwas Glück ein Blick auf einen scheuen Dachs bei Verlassen seines Baus erhaschen. Mit Ruhe und Geduld lassen sich am dritten Erlebnispunkt, der Heidefläche, auf der Heidekraut und die seltenen Waldhyazinthen wachsen, Baumfalken und Perlgrasfalter beobachten. Station vier bietet die Möglichkeit, eine Ruhepause mit spektakulären Ausblick einzuliegen. Während die Beine von den Waldsofas baumeln, können Besucher einen Blick tief hinab ins Tal des Üssbach wagen. Die weitere Strecke des Erlebniswegs Achterhöhe führt durch einen für die Eifel typischen Niederwald, der Erlebnispunkt fünf bildet. Die lichten Wälder sind das Ergebnis einer jahrtausendealten Bewirtschaftungsform. Am Erlebnispunkt sechs haben die fleißigen Arbeiterinnen der Roten Waldameise bis zu zwei Meter hohe Hügel errichtet. Ein Feuchtbiotop und die Drei-Eichen-Hütte bilden gemeinsam die siebte Station, an der man Ringelnattern und Kreuzotter in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten kann.

Der letzte Erlebnispunkt des Weges sind die archäologisch wertvollen Reste der römischen Hügelgräber, die einen Rückblick auf längst vergangene Zeiten bieten.

Wandern Sie auf der Heimatspur 05 auf einer Länge von 5,4 km. Nach 3 km erreichen Sie die Achterhöhe.


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Ulmener Maar

Blick von oben auf das Ulmener Maar, © GesundLand Vulkaneifel/D. Ketz

Heute liegt das Ulmener Maar 420 Meter üNN, hat eine Oberfläche von 5,5 Hektar und ist 36 Meter tief. Dass der Vulkanismus noch aktiv ist, zeigen Blasen im Randbereich des Maars. Sie zeugen von seiner aufwühlenden Vergangenheit – doch keine Angst, ein Ausbruch ist nicht in Sicht! Ein bis zu 20 Meter mächtiger Wall aus verschiedenen Gesteinen und Aschen umgibt den Trichter.

Für Interessierte sind diese Zeugen der explosiven Vergangenheit an der St. Matthias Kirche wunderbar aufgeschlossen. Nicht nur für Geologen ist diese einzigartige Mauer mit ihren verschieden farbigen Schichten und runden Einschlüssen sehenswert. Die Hänge des Maarkessels sind von einem wunderschönen Wald bewachsen, der sich auf einem Rundweg entdecken lässt. Zu empfehlen ist ein Abstecher hinauf zur mittelalterlichen Burgruine, von der einst Kreuzritter in ihre Schlachten zogen.

Der Blick vom Kraterrand über das Maar und die dahinterliegende Eifel lässt den Atem stocken. Sei es nach einer schweißtreibenden Wanderung oder einer langen Autofahrt - das Blau des Ulmener Eifelauges leuchtet im Sommer allzu verlockend. Doch das Baden im Maar ist untersagt, weil es als Natur- und Wasserschutzgebiet eingestuft ist. Dafür kann die gute Luft beim Angeln nach Hecht und Karpfen genossen werden. Vielleicht lässt sich ja sogar der riesige Fisch, von dem eine alte Sage erzählt, blicken.

Die charmante gleichnamige Stadt Ulmen liegt direkt am Maar. Hier können die Gäste in verschiedene Cafés und Restaurants einkehren und es sich bei einer guten Tasse Kaffee oder einem leckeren Essen gut gehen lassen. Parken: Besucher parken am besten am Alten Postplatz oder am Marktplatz in Ulmen. Beide Plätze liegen zentral in der Stadt, sodass es von dort jeweils nur ein kurzer Fußmarsch bis zum Ufer des Ulmener Maares ist.

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Jungferweiher

Jungfernweiher von oben, © GesundLand Vulkaneifel/D. Ketz

Ein wahres Paradies erstreckt sich am Rande des Örtchens Ulmen auf einer Hochfläche unterhalb des Steimelskopfes. Hier brach ein Vulkan mit einer gewaltigen Detonation aus und bildete einen tiefen Krater mit einem Maarsee aus, der heute ein bekanntes Vogelschutzgebiet ist. Das genaue Alter lässt sich nicht bestimmen, aufgrund der morphologischen Form geht man aber davon aus, dass es mehrere hunderttausend Jahre alt ist.

In der frühen Neuzeit wurde der See von den Burgherren von Ulmen als Fischgewässer genutzt, in dem sie Karpfen züchteten. Doch im Laufe der Zeit verlandete das Maar. Lange Jahre stachen die Ulmener in dem ehemaligen Maar Torf, das sie zum Heizen nutzten.

1942 beschloss man jedoch, den Bereich wieder zu fluten und staute den Ulmener Bach auf, um die Trinkwasserversorgung des Landkreises Cochem-Zell zu sichern. Heute ist der Jungferweiher in Ulmen, der auf einer Höhe von 428 Metern üNN liegt, rund 170.000 Quadratmeter groß und hat eine Tiefe von 0,8 Metern. Der Weiher steht aufgrund seiner seltenen Flora und Fauna gemeinsam mit dem Ulmener Maar unter Naturschutz. Zahlreiche bedrohte Arten brüten in den binsenreichen Uferzonen wie beispielsweise Bekassine oder Wiesenpieper. Selbst Fischadler wurden schon bei der Jagd beobachtet. Zugvögel wie Kranich, Krickente und Raubwürger legen jährlich Rast auf den Wiesen am Ulmener Jungferweiher ein. Daher ist eine Wanderung auf dem etwa 3 Kilometer langen Rundweg insbesondere zu den Zugzeiten im Frühjahr und Herbst ein Muss. An der am westlichen Ufer gelegenen Vogelbeobachtungsstation kann man die Vögel besonders gut in ihrem natürlichen Umfeld begutachten. In dem flachen Wasser des Ulmener Weiher tummelt sich heute auch wieder eine große Vielfalt an Fischarten, die von einem Angelsteg am Südufer befischt werden darf. Schwimmen und andere Wassersportarten sind aber verboten. Angelscheine gibt die Verbandsgemeindeverwaltung in Ulmen aus.
Parken: Parken können Gäste am besten unmittelbar auf einem Parkplatz, der über die Straße „Am Jungferweiher“ zu erreichen ist. Auch die Stadt Ulmen bietet am Alten Postplatz oder am Marktplatz zahlreiche Parkplätze. Von hier aus ist es allerdings ein kleiner Fußmarsch bis zum Ufer des Gewässers.

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Infos zu dieser Route

Start: Ulmen, Am Jungferweiher

Ziel: Bad Bertrich

Streckenlänge: 35,2 km

Dauer: 08:30 h

Schwierigkeitsgrad: mittel

Tourenart: Wandern

Aufstieg: 706 m

Abstieg: 963 m

Eifel Tourismus GmbH

Kalvarienbergstraße 1
54595 Prüm
Telefon: +49 6551 96560

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