Die Tuchfabrik Forell – Aufstieg und Glanzzeiten
Roetgen
Einst ein pulsierender Produktionsort – die Tuchfabrik Forell prägte die Blütezeit der Roetgener Weberei. Was geblieben ist, erinnert leise an den wirtschaftlichen Aufschwung des 19. Jahrhunderts.
Damals wurde Roetgen Teil der großen Textilregion zwischen Aachen, Verviers und Monschau. Einer der erfolgreichsten Unternehmer dieser Epoche war Moritz August Forell. Seine Fabrik am Postweg galt als modern und leistungsstark: In ihr entstanden feine Stoffe für Oberhemden und Kleider, zusätzlich zu den typischen, robusten Kasimirstoffen der Region.
Das Wohn- und Fabrikgebäude der Familie – bis heute als „Oberförsterei“ bekannt – spiegelt diesen Aufstieg. Fassadenelemente aus Blaustein, Sprossenfenster und das Mansardendach zeigen die architektonischen Einflüsse des Couven-Zeitalters.
Doch die Blüte währte nicht ewig. Mit dem Wandel der Märkte und dem Rückgang der Handarbeit verloren viele Betriebe ihre Grundlage. Das Haus Forell blieb – als stilles Zeugnis jener Zeit, in der Roetgens Tuchherstellung bis an den preußischen Hof reichte.