Muße-Pfad: Maare und Thermen Pfad, Verschlungener Weg, © Eifel Tourismus GmbH / D. Ketz

Maare und Thermen Pfad - Verschlungene Wege und wilde Gesellen

Verschlungene Pfade und wilde Gesellen

Wandern auf dem Muẞe-Pfad "Maare und Thermen Pfad"

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Finstere Gesellen, gewiefte Müller und kampflustige Ritter trieben einst ihr Unwesen zwischen Ulmen und Bad Bertrich im Tal des urig-wild mäandernden Üssbachs. Jeder von ihnen hatte etwas auf dem Kerbholz, jeder! Und Du? Sei ehrlich!

Begib Dich auf den Weg zu Dir selbst und hab Teil an den Geschichten der vermeintlichen Eifeler Schurken, die an schicksalshaften Schauplätzen ihr Unwesen trieben. Furchen auf ihrem wie auch auf Deinem Kerbholz begleiten jeden Lebensweg. Denn all unser Tun hat Wirkung. Mache Deinen Weg zu dem, was er ist: reich! Reich an erinnerungswerten Ereignissen wie an vergebenswerten Konsequenzen!

Der Üssbach und seine Begleiter

Herrlich, wie er sich dahin schlängelt, der Üssbach. Held der vor Kraft strotzenden Vulkanlandschaft zwischen Ulmen und Bad Bertrich. Tief und unübersehbar eingegraben in ein dichtes, grünes Auental bahnt er sich seinen Weg von den Höhen der Eifel mit ihren Maaren und Vulkanen bis ins Tal der Mosel. Beinahe zu friedlich, fast schon verschmäht, als hätte er etwas zu verbergen, zugleich aber viel zu erzählen. Und so ist es auch! 

Den verschlungenen Pfaden entlang seines urig-wilden Bachlaufs sind bereits viele gefolgt. Ehrenwerte Kreuzritter gleichermaßen wie weniger vertrauensselige Halunken. In den umgebenden Wäldern mit ihren knorrigen Baumpersönlichkeiten sorgten gar ganze Räuberbanden für Angst und Schrecken. Allen voran die Moselbande, die einst im Kondelwald bei Bad Bertrich hauste. Und an den Ufern des Üssbachs sind auch schon so manche Steine ins Rollen geraten. Genauer gesagt Mühlsteine. Seinerzeit über ein Dutzend an der Zahl. Und mit ihnen wurde in den vielen Mühlen unten im Tal so manch tiefe Kerbe ins Holz geschlagen. 

Eine Flusslandschaft wie ein Lebensweg

Wer wohl mehr auf seinem Kerbholz hatte? Müller oder Bauer? Kreuz- oder Raubritter? Gerichtsherr oder Untertan? Frei von Schuld jedenfalls war sicherlich keiner der Begleiter des Üssbachs! Die ganze Wahrheit jedoch bleibt wohl auf ewig sein Geheimnis. Hier und da treten Schicksale all jener aber auch heute noch vereinzelt und beinahe greifbar zu Tage, etwa an den Ulmer Burgen oder den Überresten der Demerather Mühle. Mancherorts kannst Du sie geradezu erspüren, etwa am Wollmerater Kopp, an dem alljährlich das Hochgericht zusammentrat. Und zuweilen erzählen Dir tief ins Holz eines Baumes geschnitzte Initialen gar von Erinnerungen an einfach schöne Stunden. 

Verhält es sich nicht ebenso mit unserem Leben? Geht es nicht zuweilen ebenso verschlungene Wege wie der Üssbach? Tragen wir nicht über die Jahre ebenso viele Kerben davon? Von guten wie von schlechten Erinnerungen begleitet? 

Das Leben annehmen

Tritt einmal heraus aus dem tiefen Tal, verlass die Niederungen des Baches und steige hinauf auf eine der umliegenden Höhen, etwa die Achterhöhe bei Lutzerath. Dort erschließt sich Dir in der Weitsicht die ganze Schönheit, ja der ganz eigene Charme dieses von einer Vielzahl an Einschnitten, Spalten, Rillen und Fugen gezeichneten Landschaftspanoramas. 

Und: Im Leben verhält es sich ebenso. Erst das Zusammenspiel jeder einzelnen Begebenheit, ja alle einzelnen Linien, die sich in Deinen Weg eingegraben haben, verleihen Deinem Leben sein ureigenes, unverwechselbares und charaktervolles Profil! Am Ende erkennst Du: Das Leben ist gut, so wie es ist!

Was es mit dem Kerbholz auf sich hat

Ein altes Sprichwort besagt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! 
Wie konnte der Bauer am Üssbach sichergehen, genau die Menge an Mehl, die er dem zuweilen findigen Müllern in Form von Getreide angeliefert hatte, auch von ihm zurück zu bekommen? 

Hier kommt das Kerbholz ins Spiel – ein über Jahrtausende hinweg existierende System primitiver Buchführung. Jeder angelieferte Scheffel Getreide brachte dem Bauern eine Kerbe, die beispielsweise in ihrer Form für eine bestimmte Menge stand, auf einer Holzleiste ein. Danach wurde das Holz der Länge nach gespalten. Eine Hälfte erhielt der Bauer, die andere der Müller. Zu einem bestimmten Tag kam der Bauer sein Mehl abholen. Müller und Bauer legten dann ihre Hälften zum Vergleich an. Passten die Kerben der Hölzer zusammen, wurde die Kerbe entfernt oder das Holz vernichtet. Die Schuld war beglichen. Passten die Kerben nicht, hatte einer der beiden geschummelt. 

Muße-Pfad: Maare und Thermen Pfad, Blick auf Ulmen, © Eifel Tourismus GmbH / D. Ketz

Jetzt loswandern!

Du möchtest endlich loswandern und dem Kerbholz folgen? Hier gibt es Details zum Wegeverlauf, Höhenprofil und GPS-Daten zum Maare und Thermen Pfad (Start: Ulmen, Ziel: Bad Bertrich).

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Stilisierte Karte der Eifel