Mußeplatz am Maare und Thermen Pfad, © GesundLand Vulkaneifel

Mit den wilden Gesellen unterwegs auf dem Maare und Thermen Pfad
29. Juni 2017

Der Maare und Thermen Pfad ist der erste der Muẞe-Pfade, der durch die Vulkaneifel führt.

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Wilde Gesellen waren einst unterwegs, dort wo heute sanft der Wind durch die Blätter rauscht, Vögel munter zwitschern und verschlungene Wege durch den Wald führen. Und ja, sie hatten einiges auf dem Kerbholz. Die berüchtigte Moselbande versetzte die Menschen in Angst und Schrecken – unter ihnen Pferdediebe, Schwarzbrenner, Räuber und Mörder. Doch diese Zeiten sind zum Glück längst vorbei und Wanderer brauchen nicht zu fürchten, dass heute – mehr als 100 Jahre später – noch einer dieser üblen Gesellen hinter einem Baum hervorspringen könnte. Stattdessen können sie mit Muße über die Wege schreiten und sich von der Natur, traumhaften Ausblicken und dem ehrwürdig alten Wald gefangen nehmen lassen. 

Der Maare und Thermen Pfad ist der erste der Muße-Pfade, der durch die Vulkaneifel führt. Inspiriert von der gewaltigen Kraft der Elemente – besonders des Feuers -  die diese Landschaft vor rund 10.000 Jahren geformt hat, ist ein Weg entstanden, der die Wanderer animieren soll, inne zu halten, bewusst die Pfade zu erleben, sich der Umgebung zu öffnen. 
 

Michael Sänger, Wanderautor und Wanderexperte hat den Maare und Thermenpfad bereits erkundet und schildert seine Eindrücke:

"Rasant schreitet die Beschleunigung des Lebens voran, die Zahl der täglichen Ereignisse und Anforderungen wächst exponentiell, da bleibt regelmäßig die menschliche Seele auf der Strecke. Als Zentrum der gelebten und gefühlten Balance kann sie dem verschärften Tempo der Gesellschaft und der Ökonomie nicht mehr folgen.

Um den Takt von Bewusstsein, Lebensgefühl und seelischem Gleichgewicht zu synchronisieren bedarf es daher Stunden der Muße.
Darauf zielt das innovative Wegekonzept der Mußepfade in der Eifel ab. Das in Deutschland einzigartige dramaturgische Konzept der Mußepfade, mit dem Maare und Thermen Pfad ist der erste dieser Reihe gerade eröffnet worden, setzt auf die Wirksamkeit einer besonderen Dramaturgie.

Bei hoher Basisqualität der einzelnen Wege geht es den Mußepfaden nicht um das bestmögliche Erreichen statistisch ermittelter Kriterien oder den Grad deren Erfüllung. Stattdessen erzählen sogenannte Mußeplätze entlang der Wege Geschichten aus der ihrerseits bewegten aber greifbaren geologischen Entstehungsgeschichte der Eifel. Mehr noch, sie regen den Wanderer zum assoziativen Wandern an. Zum Beispiel: woran erinnert mich das Relief, womit verknüpfe ich das Lichtspiel auf der Waldlichtung?

So arbeitet der Maare und Thermen Pfad, der Weg der wilden Gesellen und verschlungenen Pfade in der feurigen Vulkaneifel, mit der Metapher des Kerbholzes. Jeder „hat etwas auf dem Kerbholz“. Gelegenheit für das in sich und in die Natur hineinfühlen und, versprochen, der Wanderspaßfaktor ist schon deshalb so riesig, weil an den Mußeplätzen eigens hergestellte Kerbhölzer stehen."